Kunst ist Politik!
Jahresprojekt 2017

Italien 1943 – 2017

Nach der Kapi­tu­la­tion im Jahr 1943 erlebte Italien eine Kunst­szene, die Kunst und Politik unter ganz neuen Prämissen zusam­men­brachte. Der italie­ni­sche Neorea­lismus im Film, das poli­ti­sche Volks­theater, die „Arte povera“, junge Design­stu­dios, eine Reihe von Kompo­nisten, Instru­men­ta­listen und Inter­preten bis hin zur heutigen Popkultur ließen sich als Garanten dafür anführen. In der Toskana lässt sich die span­nungs­reiche Verbin­dung von Kunst und Politik bis heute auf viel­fäl­tige Weise erleben: 1966 grün­deten in dem kleinen Ort Monti­chiello die Bewoh­ne­rinnen und Bewohner das „Teatro Povero“ – eine Reak­tion auf die Schlie­ßung ihres Post­amtes. Und 1975 wandten sich kommu­nis­ti­sche Lokal­po­li­tiker der Toskana an den deut­schen Kompo­nisten Hans Werner Henze, mit der Bitte ein Kultur­fest für den Ort Monte­pul­ciano zu entwi­ckeln – den bis heute beste­henden „Cantiere Inter­na­zio­nale d’Arte“.

Wer heute durch Monte­pul­ciano geht, begegnet einer beein­dru­ckenden Zahl von Denk­mä­lern der Archi­tektur und Malerei und hört, wie in Kirchen, Schulen und Palästen mit Hingabe musi­ziert wird. Wie in zahl­losen anderen Städten Italiens auch nehmen Reisende fast immer nur jene histo­ri­sche Gedie­gen­heit wahr, gegen die schon vor rund einem Jahr­hun­dert die Futu­risten rebel­lierten. Das siebte Jahres­pro­jekt des Kollegs für Musik und Kunst Monte­pul­ciano wird eine Heraus­for­de­rung bieten für alle, die sich nicht mit der Repro­duk­tion des schönen Scheins zufrieden geben wollen. Es wird sich mit der Haltung der Künste zur Politik beschäf­tigen und fragen, ob in Italien – und nicht nur dort – die Politik zur Kunst und Kunst zur Politik werden kann, darf oder muss. Mehr hier.

Renais­sance
2016

Grenz­gänge
2017

Kontakt

Projekt

Blog

Ort

Lehrende

Impressum